Haltung und Pflege von Malawi-Buntbarschen

Die meisten Malawi-Buntbarsche sind robuste, anpassungsfähige und einfache Pfleglinge. Um diese prachtvollen Fische erfolgreich zu halten und ggf. auch zu züchten, gibt es einige Faktoren zu beachten.

Ideale Wassereigenschaften als Grundlage für gesunde Malawis

Das Wasser im Malawisee ist alkalisch, der pH-Wert liegt demnach über 7,0. Manche Aquarianer sind der Ansicht, dass Malawisee-Cichliden am besten in hartem Wasser gehalten werden sollten. Wir haben jedoch sehr gute Erfolge in weichem Wasser. Dieses hat einen pH-Wert von 7,2 und eine Gesamthärte von 2-4 °dGH. Liegt der pH-Wert unter 7,0 ist eine entsprechende Korrektur notwendig. Die Wassertemperatur sollte entsprechend den Verhältnissen in ihrer natürlichen Umgebung zwischen 24°C und 26°C liegen.

Bei der Gestaltung des Beckens eignet sich als Bodengrund grober, nicht zu heller Sand. Wir mischen Sand und Korallenbruch, was die größeren Exemplare gerne annehmen. Diese durchwühlen regelmäßig den Bodengrund bei der Suche nach Futter. Eine ausschließliche Verwendung von losem, feinem Sand würde das Anlegen von Laichgruben erschweren, welche wiederum für Zuchterfolge notwendig sind.

Inneneinrichtung des Malawi-Aquariums

Bei der Inneneinrichtung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Grundsätzlich kommen alle Materialien, die sich nicht nachteilig auf die Qualität des Wassers auswirken und den ästhetischen Anforderungen des Pflegers gerecht werden, in Betracht. Wichtig sind ausreichende Versteckmöglichkeiten für unterlegene Exemplare und tragende Weibchen. Bei der Eingliederung neuer Exemplare bietet es sich an, das Becken komplett umzugestalten, sodass sich neue Reviere bilden.

Pflanzen spielen im natürlichen Lebensraum der Malawis keine wesentliche Rolle, sind aber im Aquarium ohne weiteres einsetzbar. Bewährt haben sich vor allem Riesenvallisnerien, Javafarn sowie Anubias. Besonders die letzteren zwei Arten sind hervorragend geeignet, da sie auf Steinen und anderen rauen Oberflächen wurzeln.

Unabhängig von den gruppen- und artspezifischen Unterschieden ist zu betonen, dass Malawisee-Cichliden einen großen Stoffumsatz haben. Eine kräftige Filterung und noch wichtiger ein regelmäßiger Teilwasserwechsel von etwa 30-40 % des Beckeninhaltes in Abständen von 2-3 Wochen sind deshalb eine unabdingbare Vorraussetzung.

Hinweise zur Inneneinrichtung im Überblick:

  • ausreichende Anzahl an Versteckmöglichkeiten bieten
  • Pflanzen ohne weiteres einsetzbar, ideal z.B. Javafarn oder Anubias
  • kräftiges Filtersystem, da hoher Stoffumsatz der Cichliden
  • regelmäßiger Teilwasserwechsel, ca. 30-40 %, alle 2 bis 3 Wochen

Vergesellschaftung von Malawi-Buntbarschen

Ein bedeutender Faktor hinsichtlich der Vergesellschaftung ist die Beckengröße. Je größer das Becken, desto weniger Probleme treten bei der Vergesellschaftung auf. Wer z.B. in einem 200 l fassenden Becken verschiedene Arten pflegt, muss höchstwahrscheinlich regulierend eingreifen, um den Frieden zu wahren – unterlegene Tiere und ggf. aggressive Männchen umsiedeln.

Ansonsten gelten für die Vergesellschaftung von Malawisee-Cichliden die üblichen Regeln:

  • aggressive Arten nicht mit durchsetzungsschwachen Arten in einem Becken halten
  • Raubfische und große Cichliden unter sich halten
  • sandbewohnende Arten (Nyassachromis) unter sich halten

Eine oftmals gestellte Frage bezieht sich auf das Verhältnis von Beckengröße zur Anzahl der Fische. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Auswirkungen von Aggressionen umso größer sind, je weniger Fische im Aquarium sind. Die Aggressionen verteilen sich auf wenige Individuen. In einem überbesetzten Becken ist dies weniger der Fall. Ab einer bestimmten Besatzdichte gibt es jedoch kaum noch eine Revierbildung der Männchen, was wiederum einen hohen Stressfaktor und Anfälligkeit für Krankheiten bedeutet. Wichtig ist demnach ein goldener Mittelweg. Bei Mbunas hat sich z.B. ein Besatz von 30 bis 40 ca. 7-10 cm großen Exemplaren in einem 2 m Becken bewährt. Letztlich liegt dies jedoch im Gespür des Pflegers – Patentrezepte gibt es nicht.

Üblicherweise ist es empfehlenswert, ein Männchen mit mehreren Weibchen zu vergesellschaften. Dies ist jedoch bei Arten, bei denen sich auch die Weibchen untereinander aggressiv verhalten mit Vorsicht zu genießen. Was für die Weibchen gilt, trifft auch bei den Männchen zu. Hierbei ist die Pflege mehrerer Männchen nur in großen Becken sinnvoll, d.h. ab ca. 500 l. Die Haltung mehrerer Männchen birgt jedoch einen großen Vorteil: durch die ständige Anwesenheit von Nebenbuhlern befinden sich die Männchen permanent in Prachtfärbung. Sie möchten allzeit imponieren und ihr Revier verteidigen.